Geigenbau-Atelier

  M.&   M. Kuhn


 

 

 

Violinmaking-Competitions

Geigenbau-Wettbewerbe erfreuen sich an guter Beteiligung und finden mittlerweile rund um den Erdball statt. Der Traum von der Goldmedaille scheint verlockend zu sein…

Von den ebenso international besetzten Juroren, allesamt Experten im Geigenbau und Geigenhandel, hört man in neuerer Zeit vermehrt, dass die Kriterien oft vom persönlichen Geschmack geprägt und die Auswahl deshalb nicht objektiv seien. Der Standard der eingereichten Instrumente ist hoch, die Wahl einer Elite schwierig.

Es kann doch nicht sein, dass bei der Prämierung sich die Jurymitglieder entschuldigen müssen, nur wenige Instrumente auszeichnen zu dürfen. Die Zeit ruft nach einer Reform der Wettbewerbe, da diese sonst ihr Ziel verfehlen.

Ziel und Absicht  

1. Oberstes Ziel des Geigenbau-Wettbewerbs ist die Steigerung der Qualität neuer Instrumente.   

2. Zugleich soll der Ruf und der Bekanntheitsgrad der neuen Streichinstrumente verbessert werden. Die Botschaft „Neue Geigen klingen gut und sind schön“, sollte publik gemacht werden.  

Durchführung

Die Jury definiert eine Linie des hohen Standards. Alle Instrumente, deren Qualität höher liegt, werden als „high Level – Instrumente“ mit einem Diplom ausgezeichnet. Das Diplom besagt, dass der Exponent sich nicht gescheut hat, sich einer internationalen Jury zu stellen und sein Werk hohen Anforderungen genügt. Wenn eine Mehrzahl der eingereichten Instrumente eine Auszeichnung erhält, spricht dies nicht gegen die Qualität des Wettbewerbs. Schlussendlich hat der Kunde selber zu wählen. Eine Verbreiterung der Elite würde auch die Individualität fördern. Man darf ja davon ausgehen, dass die Teilnehmer eines Wettbewerbs ihr Handwerk können und sich eine gewisse Gewinnchance einräumen…

Wäre der Kunde von der Präsentation einer Goldmedaille abhängig, würde er seine Kompetenz und Urteilskraft einer Jury überlassen... Die elitäre Rangliste mag für den Rennsport akzeptabel sein, für die Kunst ist sie meist eine stossende Ungerechtigkeit. Geschmack lässt sich nicht objektiv messen; auch nicht mit einem ausgeklügelten Punktesystem, das mittels Computer dann eine Rangliste heraus spuckt.

Klaus Martin Kuhn

HRH:  Der Wettbewerb, wie wir ihn heute im Geigenbau kennen, hat sein Wurzeln in den Leistungs-Schauen (Weltausstellungen etc.) des 19. Jahrhunderts.
Es gibt drei Siegergruppen bei allen Wettbewerben dieser Art:

P           die Veranstalter (Reklameeffekt, viel Aufwand für einen sicheren Erfolg)

P           die Juroren (Expertenstatus wird untermauert, die Reise und der Aufenthalt werden bezahlt, Aufwand – nicht immer viel –  für einen sicheren Erfolg)

P           die Medaillen-Gewinner... (viel Aufwand für einen unsicheren Erfolg)


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